Was darf eine App mit Zugriff auf Gmail? Rechte, Prüfung und Datenschutz
Wer ein Werkzeug mit Gmail verbindet, gibt ihm Zugriff auf eines der privatesten Archive überhaupt. Google regelt diesen Zugriff streng. Wer weiss, worauf er bei der Anmeldung achten muss, entscheidet bewusst.

Die Berechtigungen, die eine App verlangen kann
Google teilt den Zugriff auf Gmail in sogenannte Bereiche (Scopes). Die wichtigsten:
- gmail.metadata: nur Kopfzeilen wie Absender, Empfänger, Datum und Labels, keinen Text
- gmail.readonly: alle Mails lesen, nichts ändern
- gmail.modify: lesen und ändern, etwa Labels setzen, archivieren, in den Spam verschieben; endgültig löschen kann eine App damit nicht
- gmail.send: in Ihrem Namen senden
- mail.google.com: voller Zugriff, einschliesslich endgültigem Löschen
Eine App sollte nur die Rechte verlangen, die sie für ihre Aufgabe braucht. Ein Werkzeug, das Labels setzt, braucht gmail.modify, aber kein Senderecht und keinen Vollzugriff.
Googles Prüfung
Die meisten Gmail-Rechte zählen bei Google zu den «eingeschränkten» Bereichen. Eine App, die sie öffentlich nutzt, muss sich prüfen lassen: Google kontrolliert, ob die App nur nimmt, was sie braucht, ob die Datenschutzerklärung stimmt und ob die Nutzung zu dem passt, was die App verspricht. Speichert eine App Gmail-Daten auf eigenen Servern, kann Google zusätzlich eine Sicherheitsprüfung durch eine unabhängige Stelle verlangen.
Solange die Prüfung läuft, zeigt Google bei der Anmeldung den Hinweis «Google hat diese App nicht überprüft». Das heisst nicht, dass die App unsicher ist, aber es lohnt sich, dann genauer hinzuschauen: Wer betreibt die App, was steht in der Datenschutzerklärung?
Die Limited-Use-Regeln
Für Daten aus Gmail gelten Googles Regeln zur eingeschränkten Nutzung (Limited Use). Kurz gefasst:
- Die Daten dürfen nur für sichtbare Funktionen der App genutzt werden.
- Keine Werbung, kein Verkauf, keine Weitergabe ausser für diese Funktionen, für Sicherheit oder wegen Gesetzen.
- Kein Training von allgemeinen KI-Modellen mit Ihren Mails.
- Menschen lesen Ihre Mails nur mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung, aus Sicherheitsgründen oder wegen Gesetzen.
Seriöse Apps sagen in ihrer Datenschutzerklärung ausdrücklich, dass sie diese Regeln einhalten.
Fragen, die Sie einer App stellen sollten
- Was genau wird gelesen? Absender und Betreff, der Textanfang, die ganze Mail, Anhänge?
- Wird eine Kopie des Postfachs gespeichert? Wo, wie lange?
- Gehen Inhalte an Dritte, etwa an einen KI-Anbieter? In welchem Land?
- Wie lösche ich mein Konto, und was passiert dann mit den Daten?
Antworten darauf gehören in die Datenschutzerklärung, nicht ins Kleingedruckte einer Hilfeseite.

